Leute, Leute, was hier alles erzählt wird, ist teilweise haarsträubend, da es vielfach auf "ich denke, glaube, fühle, spüre" oder Konjunktivaussagen beruht.
Haltet euch doch mal an Fakten (sofern sie euch bekannt sind und ihr die Materie nachvollziehen könnt) und postuliert nicht irgendwelches Halbwissen, was bei dem ein oder anderen Unwissenden aufgrund seiner geplanten Fahrwerksmodifikation zu erheblichen Verschlechterungen im Fahrverhalten führen wird.
Bei Änderungen von Felgen mit anderen ET'S gegenüber Serie oder der Montage von Spurplatten bei Serienfelgen oder zusätzlich zu Aftermarketfelgen ist das alles entscheidene Wort im Zusammenhang mit Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Lenkrollhalbmesser. Man ändert nicht nur die Spurweite, sondern ändert automatisch auch den Lenkrollhalbmesser, der wiederum erheblichen Einfluß auf das Lenk-, Spur- und Bremsverhalten des Fahrzeugs hat, was insbesondere für Fronttriebler gilt.
Moderne Fahrzeuge im allgemeinen und sicherlich alle Fronttriebler (mit McPherson- Federbein) haben serienmäßig einen negativen Lenkrollhalbmesser (erkennt man auch an den hohen ET's um die 50mm oder höher - ein Indiz, kein Beweis), der auch unter dem sinnstiftenen Begriff "spurkorrigierender Lenkrollhalbmesser" bekannt ist.
Wie groß der neg. Lenkrollhalbmesser beim Megane (R.S.) ist, kann ich nicht sagen, da man irgendwie schlecht bei Renault an solche Infos kommt und ich bis jetzt auch noch keinen besitze - geschätzt aber irgendwo um die 10 bis 15mm.
Wer jetzt also mit Spurplatten oder anderen Felgen mit ET- Verringerung in der Größenordnung von 10-15mm an VA und HA arbeitet, sollte sich darüber im Klaren sein, daß er sich je nach Ausgangswert ggbf. schon bei einem positiven Lenkrollhalbmesser befindet, was bei bestimmten Fahrmanövern dazu führt, daß sich die spurkorrigierende Verhaltensweise der Lenkung ins krasse Gegenteil umkehrt.
Von anderen Verschlechterungen und höheren Materialbelastungen im Fahrwerk aufgrund einwirkender größerer Kräfte und Momente ganz zu schweigen.
Jede Änderung in diesem Bereich führt (meistens) zu Verschlechterungen, abhängig von der Größenordnung der Veränderungen, ganz egal,
ob diese nun für den ein oder anderen individuell "erfahrbar", spürbar oder nachvollziehbar sind.
Wenn also jemand aus den Renault- Autohäusern diese Werte für Megane "Standard", GT und R.S. kennt und veröffentlichen würde, könnte man detaillierter diskutieren,
bis zu welchen ET- Änderungen Modifikationen noch sinnvoll sind, wenn nicht nur die Optik im Vordergrund steht.
Korrekturmaßnahmen bei größeren ET- Änderungen an der VA lassen sich dann eigentlich nur noch über größere Sturzwerte umsetzen,
aber dann sind wir schon wieder auf höherem Level bei Gewindefahrwerken mit verstellbaren Federbein- Stützlagern,
was seinerseits auch wieder zu anderen Problemen / Verschlechterungen führen kann.
Und ergänzend für all diejenigen, die glauben, die Montage von Spurplatten nur an der HA würde anlehnend an den optischen Eindruck
zu spurstabilisierendem oder gar übersteuerndem Fahrverhalten führen bzw. negativen Lenkeinflüssen entgegenwirken, sei gesagt:
Bei Fronttrieblern mit verbreiterter HA- Spur tritt genau das Gegenteil ein, da frontlastige Fahrzeuge in solchen Fällen erheblich zum Untersteuern neigen
und das Fahrzeug unberechenbar bis unfahrbar wird.
Ich will hier wirklich keinem zu nahe treten, aber wenn hier (technisch unversierte) Foren- Mitglieder hunderte von € in Teile und Umbaukosten für primäre Optikoptimierungen stecken wollen, sollte man diesen doch fairerweise mit auf den Weg geben, mit welchen negativen Auswirkungen sie ggbf. beim Fahrkomfort oder bei der Fahrsicherheit rechnen müssen.